Wann sprechen wir von "gering literalisierten Erwachsenen"?

Bisher wurde "geringe Literalität" über den so genannten "funktionalen Analphabetismus" definiert:

„Funktionaler Analphabetismus ist gegeben, wenn die schriftsprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als selbstverständlich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. [...] Dies ist gegenwärtig zu erwarten, wenn eine Person nicht in der Lage ist, aus einem einfachen Text eine oder mehrere direkt enthaltene Informationen sinnerfassend zu lesen und/oder sich beim Schreiben auf einem vergleichbaren Kompetenzniveau befindet." (Egloff et al. 2011, S.14f).

Dieser Begriff stigmatisiert jedoch stark und hat sich für die Praxis als ungeeignet erwiesen. Deshalb verwendet LEO 2018 die Begriffe "geringe Literalität" bzw. "gering literalisierte Erwachsene". Gemeint ist,

"dass eine Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann." (vgl. LEO 2018 - Leben mit geringer Literalität)

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